Ultraschall

Definition

Unter Ultraschalltherapie versteht man die Anwendung mechanischer Schwingungen oberhalb des Hörschalls zu therapeutischen Zwecken.

Physikalische Grundlagen

Schallwellen können sich nur bei Anwesenheit von Masseteilchen ausbreiten, da es sich um mechanische Schwingungen handelt. Im Vakuum ist keine Ausbreitung von Schallwellen möglich. Bei der Ausbreitung von Schallwellen kommt es zu periodischen Verdichtungen und Verdünnungen der Masseteilchen mit wechselnden Druckzuständen im beschallten Medium. Durch Ultraschall werden die Masseteilchen zu raschen Schwingungen um ihre Ruhelage angeregt. Dabei ist die Schwingungszahl/sec gleich der Ultraschallfrequenz (800 - 1000 kHz). Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schallwellen ist abhängig von der Dichte des Mediums, das sie durchlaufen.

Wegen der fast vollständigen Reflexion der Ultraschallwellen an Luftschichten ist ein geeignetes Ankopplungsmedium wie Wasser oder Öl notwendig, um die Ultraschallenergie in den Körper einzubringen. Die Ultraschallenergie wird während der Ausbreitung im Gewebe durch Absorption in Wärmeenergie umgewandelt. Dabei kommt es besonders an Grenzschichten von Geweben unterschiedlicher Dichte zu hohen Absorptionsraten.

Wirkungen des Ultraschalls

Thermische Wirkung

Durch Umwandlung der (mechanischen) Schallenergie in Wärmeenergie infolge der Absorption der Ultraschallenergie wird das bestrahlte Gewebe erwärmt. Wegen der unterschiedlichen Halbwertstiefen der verschiedenen Gewebe ergibt sich eine gute Tiefenwirkung, da im Unterhautfettgewebe relativ wenig Energie absorbiert wird.

Mechanische Wirkung

Im Ultraschallfeld werden die Masseteilchen des bestrahlten Gewebes zu schnellen Schwingungen um ihre Ruhelage angeregt. Dadurch kommt es zu periodischen Verdichtungen, bzw. Verdünnungen der Masseteilchen in Longitudinalrichtung mit der Frequenz des Ultraschalls. In der richtigen Dosierung ergibt sich eine Art Mikromassage-Effekt auf das bestrahlte Gewebe.

Physiologische Wirkungen

  • Mikromassage-Effekt
  • Tiefenerwärmung durch Absorption und Reflexion
  • verbesserter Stoffaustausch, vor allem auch an Sehnen, Bändern, Gelenkkapseln, etc.
  • Permeabilitätsverbesserung
  • Verbesserung der Elastizität in kollagenem Gewebe auch Narben
  • Durchblutungsförderung
  • Schmerzdämpfung
  • Verbesserung der Kallusbildung nach Frakturen
  • Muskeltonusregulation, propriozeptive Wirkung auf Sehnenrezeptoren und Muskelspindeln
  • trophikverbessernde Wirkung
  • phonophoretische Wirkung

Indikationen

  • Arthrosen
  • Tendinosen
  • Neuralgien und Neuritiden
  • Myogelosen und Muskelhartspann
  • posttraumatische und postoperative Zustände des Bewegungsapparates
  • Vernarbungen

Reizstrom-Elektrotherapie

Definition:

Unter dem Begriff Elektrotherapie werden all diejenigen Behandlungsverfahren verstanden, bei denen die Elektrizität selbst und unmittelbar zur Reizwirkung genutzt wird. Demgemäss gehören hierzu nicht diejenigen Therapiemethoden, bei welchen die Elektrizität zuvor in eine andere Energieform, wie Schall, Licht, Bewegung oder ähnliches umgwandelt wurde.

Aufgrund technischer und physiologischer Gesichtspunkte teilt man die Elektrotherapie in drei Hauptgruppen ein

  • I. Niederfrequenztherapie (0 - 1000 Hz)
  • II.Mittelfrequenztherapie (1 - 100 kHz)
  • III.Hochfrequenztherapie (0,1 - 3000 MHz)

Wie in der Akupunktur heißt das Prinzip der Reizstromtherapie Gegenirritation: der eigentliche Schmerzreiz soll mit Hilfe eines lokalen Berührungs- oder Vibrationsreizes verringert werden. Sehr häufig berichten Patienten von einer Besserung bei vielen chronischen Schmerzerkrankungen. Dazu zählen Muskelrheumatismus, Neuralgien wie Ischiasschmerzen, Arthrose, und sogar Lähmungen werden durch die Reize gemindert. Auch bei Muskelschwächen und fehlendem Muskelgefühl, mangelnder Durchblutung durch Durchblutungsstörungen, Knochenleiden als Folge von Unfallschäden und arteriellen Verschlusskrankheiten ist die Elektrotherapie angezeigt. Venenentzündungen, Dekubitusgeschwüre, verzögerte Wundheilung, Osteoporose und verzögerte Knochenheilung sind weitere Anwendungsgebiete der Elektrotherapie.

Die Elektrotherapie ist sehr sanft. Die Muskelkontraktionen werden gezielt herbeigeführt, indem Strom durch Elektroden, die auf die Haut geklebt werden, durch den Körper geleitet werden. Auf diese Weise dient die Elektrotherapie, auch Reizstromtherapie genannt, zur Behandlung von Schmerzen, Missempfindungen sowie zur Kräftigung schwacher Muskulatur.