Ergotherapie

Was bietet Ergotherapie?

Vereinfacht gesagt dient Ergotherapie dazu, eine durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung verloren gegangene oder nicht vorhandene Handlungsfähig­keit im Alltag zu ermöglichen. Dafür werden Bewegungsabläufe geschult, aber auch Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Ergotherapie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz.

So kommen ­etwa Menschen mit angeborenen körperlichen wie geistigen Schädigungen oder mit neurologischen Störungen, etwa nach einem Unfall, besser zurecht. Gleiches gilt für Menschen mit Verhaltens- und Entwicklungsstörungen.

Wie nützt die Heilmethode Kindern?

Manche Kinder sind motorisch nicht alters­gemäß entwickelt. Oder sie leiden unter Verhaltensauffälligkeiten, haben ADHS oder zeigen seelische Störungen wie starke Ängste. Auch bei Behinderungen, etwa beim Down-Syndrom, kann man die Kinder mit Ergotherapie fördern. Das funktioniert durch einen Strauß an Maßnahmen, die individuell auf das Kind zu­geschnitten sind.

Das reicht von verhal­tenstherapeutischen Ansätzen über Kon­zentrationstrainings bis hin zur Sensorischen Integration (SI), einem ganz wichtigen Pfeiler der Ergotherapie. Mit ihrer Hilfe sollen Kinder lernen, sich ­besser wahrzunehmen, und alle Sinne trainieren. Dabei sitzen die Kinder zum Beispiel auf einer sogenannten ­SI-Schaukel, nutzen Rollbretter und schräge Ebenen, werfen Bälle oder malen.

„Die spielen ja bloß!“ – so lautet ein häufiger Vorwurf. Was erwidern Sie darauf?

Oft wirkt das, was die Kinder machen, tatsächlich spielerisch und leicht. Aber dahinter stecken ausgeklügelte Konzepte. Im Spiel erfährt das Kind seinen Körper, der Therapeut setzt bewusst bestimmte Impulse.

Auf der schiefen Ebene etwa kann ein Kind seinen Gleichgewichtssinn trainieren. Beim Malen geht es unter anderem um die Verbesserung der Feinmotorik. Was ein Kind braucht, bestimmt der Therapeut zu Therapiebeginn, je nach Diagnose und Entwicklungsstand.