Manuelle Lymphdrainage

Die Lymphdrainage wird ausgeführt durch die auspumpenden und entleerenden Kreisbewegungen der Hände bzw. der Finger mit sehr geringem Druck.

Das Lymphsystem, das im ganzen Körper vorhanden ist, beginnt zwischen den Geweben. Im Gegensatz zum Kreislaufsystem, das arterielles und venöses Blut führt, ist das Lymphsystem mit 15 Litern Flüssigkeit ein eigenständiges Gefäßsystem. Vom kleinsten Lymphgefäß unter der Haut bis zur Einmündung in den venösen Teil des Kreislaufsystems unter dem Schlüsselbein vergrößert sich der Umfang der Gefäße.

Das Gefäßsystem fließt immer durch die zugehörigen Lymphknoten, in denen u. a. Abwehr- und Reinigungsprozesse stattfinden. Die Lymphdrainage wirkt sich hauptsächlich auf den Haut- und Unterhautbereich aus und soll keine Mehrdurchblutung bewirken. Die Lymphdrainage wird hauptsächlich eingesetzt bei:

  • Lymphstauungen mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe wie z. B. leichten Lymphödemen
  • Schwellungen bei rheumatischen Erkrankungen im Bereich der Gelenkkapsel,
  • nach Verletzungen, OPs, Sportverletzungen
  • zur Schmerzbekämpfung
  • Infekten des Nasen-Rachenraumes
  • Blutergüssen
  • zur Behandlung nach Krebs
Die Krebsnachsorge nach operativen Eingriffen ist ein Schwerpunktgebiet der Lymphdrainage.

Nicht eingesetzt werden sollte die Lymphdrainage bei akuten Entzündungen, Allergien und kardialen Ödemen (Schwellungen der Beine durch nachlassende Herzleistung).

Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen (Stauungen) wird diese Therapie mit Kompressionsverbänden und spezieller Bewegungstherapie kombiniert und unter dem Begriff Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zusammengefasst.